Lothar´s Homepage

Für und Wider über den Film.

Sie können mir auch E-Mails senden, ich veröffne sie auf meiner Homepage.

Bitten teilen Sie mir mit, ob ich Ihren Namen mitveröffentlichen kann.

1. E-Mail 18.10.2012

Sehr geehrter Herr Anschütz,

 

ich habe gemeinsam mit meinen Kindern am Dienstag den Film „Sushi in Suhl“ im Jenaer Kino gesehen. Wir waren entsetzt. Wir leben seit 5 Jahren in Jena, sind alle in Suhl geboren. Meine Großmutter ist eine geborene Anschütz, sie kannte auch Ihren Bruder – Verwandtschaft über drei Ecken. Ich selber habe 1978, da war ich in der 10.Klasse, im „Waffenschmied“ als Pauschalkraft ausgeholfen. Viel Arbeit aber auch ein guter Verdienst. Ihr Bruder ist mir als Autorität und Respektperson in Erinnerung geblieben. Heute würden ihn viele als Unternehmer mit Biss bezeichnen. Die Darstellung im Film wird Ihrem Bruder nicht gerecht. Der Schauspieler sächselt und hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem Mann, der damals unser Chef war. Die Drehorte sind schlecht gewählt, unsere Suhler Mentalität wurde überhaupt nicht  beachtet. Teilweise kommen Sprüche „ich gehe jetzt mit den anderen Müttern einen heben“, die zur damaligen Zeit – und auch heute nicht üblich waren. Die Crew die diesen Film verbrochen hat ist einfach zu jung, kommt wahrscheinlich aus den alten Bundesländern und hat überhaupt keine Ahnung über das Leben in der DDR und von dem der Suhler auch nicht. Dieser Film kann trotz aller Bemühungen nicht vermitteln, was es bedeutet ein Unternehmen aufzubauen und zu leiten. Eine derartig originelle Idee – ein Japanrestaurant in Suhl – aufzubauen und bekannt zu machen und Erfolg zu haben, war bestimmt nicht einfach, der Film kann das nicht vermitteln. Schwierigkeiten mit unseren „Organen“ gab es bestimmt, aber so dämlich wie in dem Film dargestellt, haben sie sich bestimmt nicht verhalten. Mein  Mann ist auch  Unternehmer, leitet erfolgreich eine eigene Firma, daher wissen wir auch welche Belastungen d Familie mittragen muss. Ich weiß nicht ob solche Unternehmer wirklich den Stoff für Komödien liefern, doch eher nicht.

Meiner Meinung nach ist der Film dem Andenken Ihres Bruders nicht gerecht geworden. Mich würde interessieren wie andere Suhler diesen Film bewerten

Viele Grüße


2.E-Mail 20.10.2012

Guten Tag Herr Anschütz

ich habe nachdem ich den Film gesehen, habe mich für die Geschichte interessiert und bin dabei logischerweise auch auf Ihre Homepage gestoßen.

Dabei ist mir Ihre scheinbar negative Einstellung zu dem vorliegenden Ergebnis aufgefallen. Sie sollten nicht zu kritisch sein! Sicher gibt der Film nicht die Realität 1 zu 1 wieder. Aber das kann selbst jemand in seiner eigenen Biographie kaum hinbekommen, denn es mischen sich selbstverständlich immer wieder subjektive Eindrücke und Wahrnehmungen sein. Wie viel schwerer muß es dann sein, einen realen Film über jemand anderen aus vielen Quellen zusammenzutragen?

Darüber hinaus muß ein Film, bei allem Wahrheitsanspruch, auch noch attraktiv für die Zuschauer sein.

Auch wenn er die Realität nicht zu 100 % spiegelt, zeigt der Film uns allen doch, dass man überall auf dieser Welt, auch unter schweren Bedingungen seinen Weg gehen und einen Traum realisieren kann. Man muss dabei sicher auch improvisieren und auch Kompromisse eingehen.

Seien Sie also großzügig und genießen Sie das Interesse an der Geschichte Ihres Bruders .....
der Film ist eine schöne und gute Sache!

Sich dabei über Details zu ärgern oder gar aufzuregen ist -vor allem für Sie persönlich- sicher nicht gut.

Mit freundlichem Gruß

Meine Antwort  zur letzen E-Mail war:

Dann hätte man den Film nicht auf Effekthascherei aufbauen dürfen und schon gar nicht  offiziell mit den Namen Rolf Anschütz hausieren dürfen.
Das hätte 100% mein Bruder nicht gewollt.            Lothar Anschütz

24.10.2011

Hallo Herr Anschütz,
Auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass es keine fest angestellten Geishas im Waffenschmied gab. Das ist leider nicht richtig. Ich war fest angestellt im Waffenschmied und habe 4 Jahre für Ihren Bruder gearbeitet. Das kann ich mit einem Arbeitszeugnis belegen.
Herzlichst....... aus Altenburg

Hier bin ich eines Besseren belehrt worden. Ich wusste nur, das Festangestellte  als Serviererinnen und nicht auch als Geishas einen Arbeitsvertrag hatten. L.A.

31.12.2012

liebe inge, lieber lothar, war gestern in dem film. konnte mit einigen
situationen nicht viel anfangen. ist das leben von deinem bruder,
lieber lothar, autentisch mit dem filmgeschehen? im abspann habe
ich als beraterin sabine anschütz gelesen, wer ist denn das?
ich glaube, daß trotz meines geringen wissens deine mitarbeit,
lieber lothar, sehr nützlich gewesen wäre.
ich wünsche euch von herzen einen gesunden rutsch in das neue jahr,
herzlichst - eure manuela.

Antwort     31.12.2012

Liebe Manuela,

auch wir wünschen Dir einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Zu den Film kann ich Dir nur sagen, dieser Film ist nicht authentisch mit
dem Leben meines Bruders.
In diesem Film wurde viel Ehrliches weggelassen und  Unwahres zugedichtet.
Unwissenheit über unser Leben in der DDR haben hier ganz eindeutig
nichtwissende Filmleute fabriziert. Sie müssen zu jung und unwissend gewesen sein. Der DDR Staat war ein Unrechtstaat und weitgehend von der Sowjetunion abhängig. 17 Millionen Menschen haben in ihm gelebt.
Die Mentalität der Suhler wurde nicht berücksichtigt. Dieser Film hätte
eine wichtige und nützliche Werbung für die Stadt Suhl sein können.
Das hatte Rolf immer in den Vordergrund gestellt. Seinen Besuchern des Japanrestaurant hat er die Schönheiten seiner Heimatstadt und der Umgebung angepriesen und auch gezeigt. Ich sage nur Schießsportanlage, Waffenmuseum, Moped,-Elektro,-Jagdwaffen- Industrie, Domberg, Hoheloh, Tote Männer, Rennsteig und vieles mehr.

Mit sehr vielen Japanern ist er hochgewandert zu uns. Er hat ihnen
Land und Leute vermittelt. . Wir haben gelebte Gastfreundschaft Ihnen gezeigt.
Das hätte der Film über Suhl zeigen müssen. Eine einmalige Gelegenheit für die Stadt Suhl wurde vertan.

Aber wie immer, hatten die Suhler Gewaltigen nur mit sich selbst zu tun.

Sabine Anschütz ist die 2. Ehefrau meines Bruders.

wird fortgesetzt.