Lothar´s Homepage

Hier werde ich über meinem Bruder Rolf schreiben, wie ich Ihn kannte, wie er wirklich war. 

 Ich werde  über Seine Visionen, über seine Wünsche aber auch über seine Ängste

 und über sein Leben schreiben.   Vor dem Film, während der 

Dreharbeiten und nach dem Produkt.

Wahr? Unwahr? Schlecht? oder Gut? 

Sehmersmal !?!

Rolf  Sushi in Suhl.

Nur Dies ist meine persönliche Aufzeichnung über meinem Bruder 

Es wird jetzt sehr viel über Sushi in Suhl geschrieben. Erst vor ein paar Wochen wurde von Herrn Steimle im Riverboot einige Unwahrheiten über mein Bruder verbreitet.

So gab es nicht nur Geisha Ingrid bzw. Gerda, sondern es gab einen ganzen Stab von Geisha`s die im Waffenschmied arbeiteten. Weiterhin gab es einen ganzen Stab von Mitarbeitern. in Verwaltung, im Service, der Küche und Zusatz-Arbeitskräften als Festangestellte, die einen erheblichen Arbeitsaufwand  bewältigen mussten. 

Mehr als 150 Frauen aus jedem Alter und aus den unterschiedlichsten Berufen, arbeiteten als Geisha in Feierabend-Tätigkeit, so nannte man in der DDR die Arbeitskräfte, die sich zu Ihrem Beruf nebenbei ein Zubrot verdienten.. So arbeiteten, Ärztinnen, Krankenschwestern, Lehrerinnen, Verkäuferrinnen und viele mehr, aushilfsweise als Geishas. Festangestellte Geishas gab es nicht. Der Waffenschmied hatte nicht nur ein Japan-Restaurant, sondern auch ein sehr gepflegtes Deutsches Restaurant. Heute würde man sagen, ein sehr gutes Sterne-Restaurant. Alles unter Leitung von Rolf Anschütz. 

Wenn man im Riverboot erfahren hatte, das Rolf in Japan angeblich im Krankenhaus lag, so ist dies einfach unwahr. Auch ist es unwahr, Rolf wäre niederschmetternd aus Japan zurück gekommen. Wir haben anschließend nach seinem Besuch in Japan in unserer Familie, wozu auch Rolf zählte, nächtelang zusammen gesessen und er hat voller Begeisterung über Japan, den Menschen, der Gastfreundschaft und seinem Empfänge in Japan gesprochen. Er  hatte das erste Mal ein freies Land gesehen und wünschte sich dies auch für die DDR.

Wir haben danach monatelang, fast jeden Tag, darüber gesprochen und was wir hier verändern müssten.

Ich haben nur wenige Szenen des verunstalteten Filmes „Sushi in Suhl“ gesehen und es Graut mir davor den Rest zu sehen. Ich  sah dunkle Räume, hässliche Tapeten, billige Gehänge und blöde Empfänge. Das war auf keinem Fall die Wirklichkeit, wie das „Japan-Restaurant Waffenschmied in Suhl, war.

Es war eine Stätte der Begegnungen, wo sich  auch Wissenschaftler, Ärzte, Politiker, aber auch Metallarbeiter, Putzfrauen und Kraftfahrer  zusammen fanden, um einige Stunden in Gemeinsamkeit zu entspannen und einzutauchen in einer anderen Welt. Dafür zahlten sie auch bis zu 150 Mark für einen japanischen Abend. Dies war immerhin für 98 % seiner Gäste ein drittes eines Monatsgehaltes. Sie warteten geduldig bis zu 1 ½ Jahre darauf, einen Platz im Japan-Restaurant zu bekommen, da Sie nicht nur eine vorzüglichen japanische Speisenfolge vorgesetzt bekamen, sondern auch sehr viel von der japanischen Lebensweise, der japanischen Mentalität und der japanischen Kultur mit bekamen. Denn dies war eigentlich das Anliegen meines Bruders. Er war kein Heiliger, er verlor Familie, seine Kinder wanden sich von Ihm ab, er hatte wegen seinen Visionen keine Zeit für sie, aber trotzdem war er für mich der Mensch, dem ich verehrte. Natürlich gab es auch sehr viele Menschen, die Ihn ausnahmen. Natürlich waren auch Geshas darunter. Ihre Vorteile im Vordergrund stellten mit Ihm bekannt zu sein, wahrscheinlich war auch die Staatssicherheit und andere staatliche Institutionen an Ihm dran. Angemerkt hat man es Ihm nicht. Vielleicht habe ich es auch nicht wissen wollen, denn darüber hat Rolf mit mir nie gesprochen. Ich hatte selbst eine private Ausflugsgaststätte und in diesem „DDR System“ meine eigenen Probleme

Es geht weiter.

Unsere Kindheit.

Unsere Eltern.

Unsere gemeinsame Hochzeit.

Unser gemeinsames Studium in Leipzig.

Rolf`s Gäste aus Japan. Vermittler zwischen Deutschen und Japaner

 


15.09.2012